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Eigentlich wollte ich ja ...

Eigentlich wollte ich ja schon vor Monaten wieder regelmäßig meinen Blog mit Nahrung füttern.

Eigentlich.

Tatsächlich aber fiel das Leben mit der Tür in mein Haus, machte sich darin breit und entschied, dass alles völlig anders zu laufen hat.

Und zwar sofort. Jetzt gleich. Nicht später.

Plötzlich musste ein Buch geschrieben werden.

Ohne Pause und voller Hingabe.

Plötzlich gab es nur noch dieses Buch und mich und mich und dieses Buch.

Die Welt um mich herum verschwand in einem merkwürdigen Nebel und tauchte erst wieder auf als ich einen Punkt hinter das letzte Wort setzte.

Danach diese merkwürdige Leere und die Frage „Was nun?“, die vermutlich jeden überfällt, der die Nabelschnur zwischen sich und den aus seinen Gedanken entlassenen Worten kappt.

 

„Was nun?“ – diese Frage, die ich mir eigentlich gerne selbst beantwortet hätte, wurde wieder einmal vom Leben beantwortet,

indem es mir ohne Vorwarnung eine alles verändernde Nachricht wie einen nassen, kalten und übel riechenden Waschlappen ins Gesicht klatschte.

Dabei hatte ich nicht um Hilfe bei der Beantwortung dieser Frage gebeten.

Mir wäre schon etwas Passendes und Kreatives eingefallen.

Aber das Leben ist nicht an dem interessiert, was ich möchte.

Es zieht einfach ohne Wenn und Aber sein Ding durch. Verhandlungen sind nicht vorgesehen.

 

Das Leben nach solch einer Nachricht ist anders- auch wenn man nicht persönlich betroffen ist.

Aber was macht es schon, ob man selbst oder jemand im engsten Familienkreis im grellen, kalten Spotlight der alles verändernden Tatsachen steht?

Man durchlebt Wochen voller Angst und Stress. Die Erschöpfung wird zum ständigen Begleiter und lässt sich kaum noch abschütteln.

Man fühlt sich, als säße man auf einem Schiff, das ohne Kapitän auf einem sturmgepeitschten Meer hin und her getrieben wird und nichts mehr weiter ist als ein Spielball der Naturgewalten.

 

Solch eine Nachricht zerfetzt deine Lebenspläne.

Hilflos siehst du zu, wie der Wind all die kleinen Schnipsel hierhin und dorthin pustet oder einige sogar hochhinauf zu den Wolken trägt.

Wer weiß schon, ob man sie später wieder zusammensetzen kann oder ob nicht das eine oder andere Stück fehlt?

 

Aber jetzt gerade halte ich dies eine winzige Stückchen hier fest in der Hand.

Ich werde es mir nicht entreißen lassen!

Mit dem heutigen Tag wage ich den ersten Schritt zurück in mein Leben.

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